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Die Europäische Kommission hat damit begonnen, Meinungen von EU-Mitgliedstaaten, der Verpackungsindustrie und Online-Händlern einzuholen, bevor sie eine umfassende Überprüfung der EU-Vorschriften für Verpackungsabfälle vornimmt. Ziel ist die Wiederverwendungs- und Recyclingquoten bis 2030 zu erhöhen.

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Weihnachts- und Silvesterfeierlichkeiten wird der Verpackungsabfall in Europa einen saisonalen Höhepunkt erreichen. Das kontinuierliche Wachstum des Online-Shoppings verschärft das Problem. E-Commerce ist derzeit für 10 Prozent aller Einzelhandelsumsätze verantwortlich. Diese Zahl soll bis 2020 voraussichtlich fast 15 Prozent erreichen.

Versand Verpackung

Europäer erzeugten im Jahr 2015 85 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle, was einem Anstieg von 6 Prozent seit 2013 entspricht. Das entspricht etwa 3,4 Prozent aller in Europa anfallenden Abfälle, betonte sie.

"Die gute Nachricht ist, dass auch das Recycling von Verpackungen zunimmt", sagte Sarah Nelen, verantwortlich für die Abfallpolitik in der Direktion Umwelt der Europäischen Kommission. Durchschnittlich würden 66 Prozent der Verpackungen in Europa recycelt, trotz großer Unterschiede zwischen den EU-Ländern und Mängel bei bestimmten Materialien wie Kunststoffen. Allerdings seien Umweltaspekte nicht das Hauptanliegen der Online-Verkäufer. "Rund vier von fünf Onlineshops halten den Schutz des Produkts für die wichtigsten Kriterien für die Verwendung von Paketen", sagte Maurits Bruggink, Generalsekretär von EMOTA, dem europäischen E-Commerce-Verband. Pakete kämen in Standardgrößen, um den Anforderungen von Transportern gerecht zu werden. Das hinterlasse oft große Mengen an freiem Raum im Inneren der Verpackung, die mit Luftpolsterfolie, Plastikgranulat und noch mehr Verpackungen gefüllt seien.

Isabel Rocher, Leiterin E-Commerce bei DS Smith, einem britischen Hersteller von Papier- und Verpackungsprodukten begründete den Grund für den steigenden Verpackungsmüll mit dem Mangel an Innovationen, um der wachsenden Nachfrage nach Verpackungen gerecht zu werden. Laut Rocher befasse sich die neue Generation der Millennials, die stark im Online-Shopping tätig sind, verstärkt mit Umweltfragen und seien offen für innovative Verpackungsansätze. Das weltweit größte E-Commerce-Unternehmen Amazon prüft Möglichkeiten, das Problem der Überverpackung anzugehen, sagte sie. "Aber sie brauchen Hilfe von der ganzen Branche, sie brauchen Vorschriften", sagte Rocher, unterstützt von der FEFCO, dem europäischen Verband der Wellpappenhersteller.

Tatsächlich stehen die Vorschriften vor einer Änderung. Die Anfang dieses Jahres verabschiedete überarbeitete EU-Abfallrichtlinie enthält Ziele für Verpackungen. "Bis 2030 sollen 70% der Verpackungen recycelbar sein", sagte Nelen. Aber noch wichtiger sei es, sich mit materialspezifischen Zielen zu befassen. Kunststoffverpackungen seien problematischer zu recyceln als Kartons, die von Online-Shops verwendet werden.

Verpackungsrichtlinien müssten überarbeitet werden, so Nelen weiter. Die Überarbeitung soll sich auf die so genannten grundlegenden Anforderungen der Richtlinie konzentrieren, die Merkmale auflistet, die Verpackungen aufweisen müssen, um auf dem EU-Markt zugelassen zu werden. Dies sei eine substantielle Überprüfung, betonte sie und fügte hinzu, dass der Legislativvorschlag zur Überarbeitung der Richtlinie im Jahr 2020 vorgelegt werde, um sicherzustellen, dass alle Verpackungen wiederverwendbarer und recycelbarer würden.

Verpackungshinweise für den Paketversand von uns gibt's auf unserer Infoseite.

Quelle: euractiv.com

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