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Zehntausende von Frachtschiffen müssen ab Januar weniger umweltschädliche Kraftstoffe nutzen – ein Segen für die Umwelt, der jedoch zu höheren Rechnungen für Verbraucher führen könnte.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation entschied 2016, dass der Schwefelgehalt in Kraftstoffen für Schiffe bis 2020 auf 0,5 Prozent sinken muss, verglichen mit derzeit 3,5 Prozent. Ziel ist es, den Ausstoß von toxischem Schwefeldioxid durch die beinahe 80 000 Frachtschiffe zu reduzieren, die auf den Meeren Rohstoffe und Waren transportieren. Die Schifffahrtsindustrie ist für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung, die von ihr verursachte Verschmutzung sei aber enorm.

Seefracht / Schifffahrt

Schifffahrtsunternehmen haben mehrere Möglichkeiten, die Vorschriften einzuhalten:

  • Eine davon ist, weiterhin Schweröl zu nutzen, aber Filter zu installieren, die den Schwefel aus den Abgasen reinigen. Dies könnte teuer werden, zudem schütten einige Modelle das Wasser, mit dem die Abgase gereinigt werden, zurück in den Ozean, eine Praxis, die ebenfalls verboten werden könnte.
  • Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass die Transportunternehmen ihre Schiffe auf das umweltfreundliche Flüssiggas umrüsten. Bisher haben sich nur wenige für diese Option entschieden, da die LNG-Tankinfrastruktur nicht in allen Häfen vorhanden ist.
  • Die für viele einfachste Möglichkeit ist die Umstellung auf neue Kraftstoffe mit niedrigem Schwefelgehalt oder Schiffsdiesel.

Rund 3,6 Millionen Barrel Öl pro Tag werden zur Herstellung der von der Schifffahrt verwendeten Kraftstoffe genutzt. Rund ein Sechstel der Gesamtmenge wird voraussichtlich weiterhin für die Produktion von schwefelhaltigem Schweröl für Schiffe mit Filtern oder solchen, die die neuen Vorschriften nicht sofort erfüllen, verwendet. „Das lässt etwa 3 Millionen Barrel pro Tag übrig, die sich an die 0,5-prozentige Kraftstoffregulierung anpassen müssen", sagte Chris Midgley, Leiter der Analytik bei S&P Global Platts. Die Internationale Energieagentur sagte kürzlich, dass der Ölproduktmarkt auf seine größte Transformation zusteuere, da sich die Raffinerien an eine neue Nachfrage anpassen müssten.

Die ersten Auswirkungen auf die Reedereien werden wahrscheinlich in einem Anstieg der Kosten zu sehen sein. Kraftstoffe, die den neuen Vorschriften entsprechen, sind komplizierter in der Herstellung und doppelt so teuer. Bei höherer Nachfrage könnte einen noch größerer Anstieg verzeichnet werden, so Nelly Grassin von Armateurs de France. Selbst diejenigen, deren Schiffe auf Schweröl bleiben, könnten mit höheren Preisen konfrontiert werden, da Raffinerien die Kosten für kleinere Mengen decken müssen.

Frachtfirmen könnten dann versucht sein, ihre Tarife für den Versand von Waren zu erhöhen, was letztendlich zu höheren Preisen für die Verbraucher führen könnte.

Die höhere Nachfrage nach umweltfreundlicheren Kraftstoffen wird zu einer höheren Nachfrage nach schwefelarmem Rohöl führen, das zur Herstellung von Benzin und Flugkraftstoff verwendet wird, so dass es auch für Verbraucher die Auto fahren oder fliegen, teurer werden kann.

Quelle: hellenicshippingnews.com

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